OpenDesk
Das Projekt, an dem ich von Februar 2022 bis April 2024 mitgewirkt habe, ist Main Stream geworden.
Heise erklärt, wie es auf einem Kubernetes Cluster installiert werden kann, Sie verwenden Talos Linux, eine minimale immutable Distribution.
Sie ist, wie von openDesk gefordert, CNCF-zertifiziert und wird deklarativ konfiguriert. Das erleichtert es, den Zustand des Clusters zu reproduzieren, und vermeidet Konfigurationsdrift. Talos ist ein Kahlschlag-Linux, das nur für Kubernetes gedacht ist und alle Werkzeuge über Bord geworfen hat, die dafür nicht nötig sind – sogar den SSH-Server.
OpenDesk wurde Cloud Native entworfen. Die Entscheidung konnte ich durchsetzen, weil das Vorgängerprojekt Phoenix
unter anderem aufgrund von Verzögerungen und fehlenden Sicherheitskonzepten gescheitert ist.
Eine Installation, so wurde aus Baden-Würtemberg berichtet, dauerte drei Monate.
Anerkannt werden muss die Pionierarbeit von Dataport, aber die Überlebensrate von Pionieren in der digitalen Welt ist nicht viel höher als im Gefecht.
Rahmenwerk der Verwaltungs Cloud
Vorher hatte ich bereits ehrenamtlich am Rahmenwerk der Deutschen Verwaltungscloud V1.0 mitgewirkt.
Ich habe mehrfach gefragt, ob sie wirklich Container und Kubernetes wollen. Nachdem sie mehrfach bestätigt haben, habe ich ihnen Docker, Kubernetes und Helm erklärt. Eigentlich habe ich offenen Türen eingerannt, aber ein paar Details waren doch noch klarzustellen.
Insbesondere DVC-007 hat viele Diskussionen ausgelöst, weil meines Wissens das erste mal das schwammige Prinzip der Digitalen Souveränität auf Schlüssel und Algorithmen definiert wurde.
| Hoheit über Krypto-Module und Schlüssel | MUSS |
|---|---|
| ID: DVS-007-R01 | |
| Beschreibung | Die Kryptomodule / Schlüssel müssen in Hoheit der ÖV sein, um den Zugriff auf die gespeicherten Daten selbstbestimmt zu kontrollieren. Technologien zur Verschlüsselung müssen durch die Cloud-Standorte anpassbar sein, um jederzeit die Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) umsetzen zu können. |
| Verweis | Strategie zur Stärkung der Digitalen Souveränität der IT der Öffentlichen Verwaltung Anforderungen aus dem IT-Grundschutz zur Verschlüsselung der Daten |
Als die Hyperscaler das mitbekommen haben, setzte ein großes Gejammer ein, dass die public Clouds ausgeschlossen würden. Inzwischen gibt es mehr oder weniger überzeugende Konzepte, die Schlüsselverwaltung auch in public Clouds unter die Kontrolle der User zu bekommen.
Warum Cloud Native?
Hauptziel war, komplexe Applikationen abgestimmt und ohne Fehler schnell bereit zu stellen.
Von Google kamen die DevOps Research and Assessment Metriken, die für Applikationen anwendbar sind, die “skalieren”.
Skalierbar bedeutet, dass im mindestens ein Aspekt aus dieser Liste skalierbar sein muss:
- Module
- Teams
- Last
In der Verwaltung sind Module Verfahren, Teams Abteilungen und Last die angeschlossenen Systeme.
Die Anzahl der Verfahren und Abteilungen können in lose gekoppelten Systemen beliebig gesteigert werden. Bei 575 Verfahren im OZG ist Skalierung nicht nur möglich, sondern dringend geboten.
Warum Kubernetes?
Mit Kubernetes hatte ich Erfahrung, es funktioniert, in Clouds und auf eigener Hardware. Es ist ein Open Source Projekt, ursprünglich von Google, es gibt mehrere Anbieter, auch aus Deutschland. Es gibt eine Cloud Native Computing Foundation, die Kubecons sind die größten Kongresse der Linuxfoundation mit bis zu 10.000 Besucher:innen.
Kubernetes ist deklarativ, es eignet sich für Prozesse wie DevOps, GitOps und vor allem für DevSecOps.
Ein Nachteil bleibt, Kubernetes hat die Komplexität eines kleinen Rechenzentrums. Mit Storage, Netzwerk, Loadbalancern und Applikationen etc.
DevSecOps
DevSecOps erlaubt, Sicherheit in den gesamten Prozess von Architektur, Entwicklung, Auslieferung und Betrieb von Software einzubetten. Die Definition stammt vom US Militär, das seine Lieferbeziehungen durch einen an jeder Stelle abgesicherten Prozess ordnen will.
Die Technologie- und Sicherheitsarchitektur ist weitgehend nach TOGAF entworfen worden.
Zendis
Inzwischen wird OpenDesk durch das Zendis mit Partnern weiterenwickelt und betrieben. Durch die politischen Entwicklungen ist das Zendis überrollt worden.
Ganz konkret plant zum Beispiel Govdigital den Aufbau eines openDesk-Angebots auf dem Marktplatz Deutschland Digital. Damit bauen wir diesen Bezugsweg für openDesk für die Verwaltung konsequent weiter aus. Subskriptionen können bereits seit Längerem über Govdigital beschafft werden.
Alexander Smolianitski: Ja, davon gehen wir aus. Geplant sind Automatismen, damit openDesk zum Beispiel bei den großen deutschen Cloudanbietern genauso einfach gebucht werden kann, wie man heute eine Datenbank hinzuklickt. Wir erhalten nicht nur Anfragen von Behörden, sondern auch sehr stark aus dem Privatsektor, sei es von kleinen und mittleren Unternehmen und Vereinen über freiwillige Feuerwehren bis hin zu großen internationalen Konzernen. Da trifft openDesk einen Nerv – nicht nur aus Gründen der Souveränität. Denn die Preise anderer Produkte steigen immer weiter. … Der ZenDiS-Listenpreis für die reinen Subskriptionen liegt bei 15 Euro netto pro Nutzer und Monat. Wir gehen davon aus, dass sich der Markt auf einem ähnlichen Niveau einpendelt. Das gilt wohlgemerkt für die Enterprise-Lizenzen mit Support, Wartung et cetera
Fazit
Damit dürfte sich OpenDesk auf dem Markt etablieren und hat gute Chancen, zur Standard Suite im Enterprise Office Bereich zu werden. OpenProject ist bereits integriert.
Wünschen würde ich mir noch weitere Tools wie draw.io, Jupyter Notebooks oder eine Low Code Plattform wie das Corteza Project.
Eine EDU Variante, mit reproduzierbaren Nixos Applikationen ist schon einsetzbar!